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So funktionierte das gedruckte Internet

Konrad Lischka
Konrad Lischka
1 minuten gelesen

Die Société Typographique de Neuchâtel war Ende des 18. Jahrhunderts eine der wichtigsten Nach- oder auch Raubdruckereien. Die Buchversender verbreiteten europaweit wichtige Werke der Aufklärung, auch in Frankreich zensierte. Dank der erhaltenen Abrechnungen für die Zeit von 1769 bis 1794 kann man nachverfolgen, welche Werke die Schweizer wohin schickten, 400.000 Bestellungen von gut 3600 Titeln sind überliefert, Forscher der Uni Leeds haben die Daten digitalisiert und eine online kostenlos zugängliche Datenbank programmiert. Die kann man nach Titeln, Autoren, Lieferorten und Empfängern abfragen. Welche Werke wurden Bienenzüchtern, Diplomaten, katholische Geistlichen geliefert? Wohin wurden Rousseaus Werke verkauft (siehe Karte unten)?

rousseau

Wo kaufte man besonders viel von Jean-Jacques Rousseau (dessen Du contrat social und Emile in Frankreich ja verboten waren)? Die Top Ten der Lieferorte:

1. VERSAILLES 1,402
2. Neuchâtel 193
3. SAINT-PETERSBURG 181
4. LAUSANNE 175
5. GENEVA 171
6. HAMBURG 141
7. WARSAW 114
8. DUBLIN 89
9. MOSCOW 85
10. BESANÇON 79

Hier Direktlinks zu einigen interessanten Statistiken:

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Konrad Lischka

Projektmanagement, Kommunikations- und Politikberatung für gemeinnützige Organisationen und öffentliche Verwaltung. Privat: Bloggen über Software und Gesellschaft. Studien, Vorträge + Ehrenamt.
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