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So läuft Digitaljournalismus: Irrsinnig lange Texte, kaum Updates, keine Fotos

Konrad Lischka
Konrad Lischka
2 minuten gelesen
So läuft Digitaljournalismus: Irrsinnig lange Texte, kaum Updates, keine Fotos

Eine Geschäftsidee: Könnte man von einem Blog leben, in dem alle paar Wochen mal lange Texte erscheinen? Unfassbar lange Texte. Zum Beispiel 130.000 Zeichen über Künstliche Intelligenz, oder 30.000 Zeichen über das Fermi-Paradoxon.

Tim Urban kann das. Der Mann hat in Harvard studiert, zwei Firmen für Online-Offline-Prüfungsvobereitungen gegründet und ist seit 2013 Vollzeit-Blogger. Mit seinem Geschäftspartner Andrew Finn zusammen gründete er Waitbutwhy, vor zwei Jahren erschien ihr erster Text. Seitdem sind die Texte auf Waitbutwhy länger geworden. Währendessen erscheinen Artikel  in einem immer größerer Teil des Webs in kürzeren Abständen, sie sind kurz und auf einen Effekt hin geschrieben und bescheren dem Leser einen kleinen Schuss Wut, Ärger, Nostalgie oder Häme. Waitbutwhy hingegen erklärt erstmal, ohne klares Emotionsversprechen.

6641,73 US-Dollar zahlen 1501 Fans der Seite jeden Monat über Patreon.com ein. 192.304 Menschen haben die E-Mail-Benachrichtigungen abonniert. Werbung gibt es nicht, aber Plüschtiere, T-Shirts und Tassen mit Tim Urbans einzigartigen Zeichnungen. Zum zweijährigen Jubiläum: Tim Urban erklärt Waitbutwhy in sechs extrem kurzen Antworten.

What is Waitbutwhy and what makes it special?
Wait but why is a blog that posts a small number of long, thorough, high-quality blog posts every month. I think the obsession with quality is what makes wbw special, since content sites tend to be focused on quantity more than we are.

Tim Urban schreibt, zeichnet und bloggt.
Tim Urban schreibt, zeichnet und bloggt.

What was Waitbutwhy about when you started, what has changed since?
At the beginning the topics were a little sillier, and over time the topics have become a bit heavier (usually). The posts have gone from long to really long to insanely long. Not sure that’s good, but i can’t seem to help myself these days.

How does your typical workday look like making Waitbutwhy?
Wake up around 10am, dick around for 4 hours, work till at least 9 and often till 2 or 3am or later.

How many people earn a living from Waitbutwhy today? 
Just me right now. wbw co-founder Andrew Finn runs our other company, arborbridge. We make money by selling things in our store and through patreon donations. Combined, they’re close to being able to support the entire site.

Thinking about your reader / subscriber: Who is he/she in your mind?
Me. the reader is me. that’s what i do. I just assume i’m writing for a bunch of mes, but me before i started researching the topic. So i assume the reader is curious like i am and interested in what i’m interested and likes to have things explained to them the way i like it. this i think is the best way to really hit home with people, because you already know exactly what’s going on in your own head.

What should more people know?
Not too much! the articles are long but people should check one out and see if they like it, and if they do, the best way to keep up is to subscribe by email.

 

BlogFallstudieOnlinemedien

Konrad Lischka

Projektmanagement, Kommunikations- und Politikberatung für gemeinnützige Organisationen und öffentliche Verwaltung. Privat: Bloggen über Software und Gesellschaft. Studien, Vorträge + Ehrenamt.
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