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Wohlfühl-Medien gewinnen, harte Auflage schrumpft

Konrad Lischka
Konrad Lischka
1 minuten gelesen

Ich habe meine These aus der ersten Analyse der Auflagenzahlen überprüft: Ja, es stimmt – die starken Auflagenverluste in der vom BDZV ausgewiesenen Mediengattung Sonntagszeitungen sind auf die Bild am Sonntag zurückzuführen. Ansonsten ist das Bild bei den von mir herausgegriffenen Titeln nicht ganz klar. Was man sieht:

  • Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Die Zeit sind erfolgreich. Wenn es etwas gibt, womit man Leser gewinnt, dann ist das offenbar diese intelligente Wohlfühl-Mischung. Das ist wenig empirisch, aber mein Eindruck, was die beiden gemeinsam haben: Sie stressen nicht.
  • Bei den Überregionalen läuft es bei der SZ besser als bei der FAZ.
  • Bei den Regionalzeitungen wäre es enorm spannend, die Daten der IVW zu scrapen und eine Vollanalyse zu machen – mit einer Visualisierung auf eine Karte. Ich sehe in diesen Zahlen keinen Trend – Hamburger Abendblatt und WAZ-Medien verlieren beide überdurchschnittlich, die Badische Zeitung in Freiburg verliert, aber unterdurchschnittlich. Was denkt ihr, was könnten da Faktoren sein?

  • Wenn man sich die zweite Heatmap anschaut (wie hoch ist der Anteil verkaufter Abos und Zeitungen im Handel am gesamten sogenannten Verkauf samt Sonderverkäufen) sieht man, dass bei der FAS der Anteil von Sonderverkäufen steigt, bei der WamS ist er ohnehin vergleichsweise hoch. Selbst das Auflagenwunder am Sonntag könnte also nur ein vorübergehendes sein – mal sehen, wie das weiterläuft.

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Konrad Lischka

Projektmanagement, Kommunikations- und Politikberatung für gemeinnützige Organisationen und öffentliche Verwaltung. Privat: Bloggen über Software und Gesellschaft. Studien, Vorträge + Ehrenamt.
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