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Casio Exilim EX- FC100: Kompakt-Kamera schießt Zeitlupen-Videos zum Discountpreis (SpOn, 10.3.2009)

Konrad Lischka
Konrad Lischka
11 minuten gelesen

Casio Exilim EX- FC100

Kompakt-Kamera schießt Zeitlupen-Videos zum Discountpreis

Diese Kamera bricht Rekorde: Der Zeitlupen-Zwerg ist so groß wie eine Zigarettenschachtel und macht 30 Fotos oder HD-Videobilder pro Sekunde. Verblüffend klein ist auch der Preis: Der Foto-Flitzer soll um die 260 Euro kosten.

Spiegel Online, 10.3.2009

Eine Fotokamera, die 60 Fotos oder 1200 Video-Bilder je Sekunde
schießt für knapp 1000 Euro – das war vor einem Jahr ein verdammt gutes
Angebot. Damals krempelte Casio mit seinem Foto-Flitzer EX-F1
den Markt für Highspeed-Kameras um. Bis dahin nahmen nur sehr teure
Profikameras 10 oder 15 Fotos in der Sekunde auf. Casios Hobbymodell
war sechsmal so schnell und sehr viel billiger.


Nun geht Casio einen Schritt weiter: Die neue, abgespeckte
Maschinengewehr-Kamera EX-FC100 ist so klein wie eine
Zigarettenschachtel und kostet derzeit 260 Euro.

{youtube}jz2f_RYk0Bs{/youtube}

Die Hemdtaschen-Knipse schießt bis zu 30 Fotos mit einer Auflösung von
sechs Megapixeln pro Sekunde und dreht Videos mit 30 Einzelbildern je
Sekunde in HD-Auflösung und bis zu 1000 Frames je Sekunde bei arg
reduzierter Auflösung.

Funktionsumfang, Bedienbarkeit, Bildqualität – die Casio FC100 im Überblick.

Bedienung – schneller Einstieg

Die Billig-Schnellfeuerkamera soll Gelegenheitsknipser locken.
Entsprechend reduziert sind die manuellen Einstellmöglichkeiten –
Blendenöffnung, Verschlusszeit und derlei kontrolliert immer die
Automatik, manuelle Einstellmöglichkeiten fehlen. Die Bedienung ist
erstaunlich verständlich: Selbst wer noch nie eine Casio-Kamera bedient
hat (wie die Tester), hat nach einer halben Minute das erste
Zeitlupen-Video mit der FC100 gedreht.

Casio hat den wichtigsten Funktionen der Kamera eigene Tasten
spendiert: Für Fotos gibt es einen herkömmlichen Auslöser auf der
Oberseite, für Video einen zweiten, roten Auslöseknopf an der
Rückseite.

Mit einem Drehrad neben diesem Filmauslöser wechselt man zwischen
Highspeed- und Standardaufnahmen. Nach einem kurzen Stutzen beim ersten
Aufnehmen funktioniert diese Bedienung erheblich schneller als das
ständige Hin- und Herschalten zwischen Video- und Fotomodus bei anderen
Kameras.

Dreizehn Knöpfe und Drehschalter hat Casio auf dem angenehm
kleinen Gehäuse der FC100 (etwas kleiner als eine Zigarettenschachtel
und etwas schwerer als eine Schokotafel) untergebracht. Und trotz
dieser Menge findet man die Grundfunktionen der Kamera (Menü für
Bildqualität und ISO-Wert, Foto- und Video-Auslöser, Bildwiedergabe und
Löschtaste) ohne einen Blick ins Handbuch.

Allerdings hat die FC100 eine Vielzahl an Funktionen, die man erst
beim Blick ins Handbuch versteht, weil sie bei Kompaktkameras völlig
neu und ungewohnt sind.

Ausstattung – USB-Ärger und Zwergblende

Bei aller Funktionsfülle ärgert man sich bei der FC100 über
dieselben Fehler, die Hersteller schon bei Hunderten Geräten zuvor
gemacht haben. Die USB-Buchse in der Casio-Kamera ist ungefähr so groß
wie der Standard-Mini-USB-Anschluss, aber Casio hat dem USB-Eingang ein
ganz spezielles Format gegeben. Natürlich passen in die Kamera nur
USB-Kabel im Casio-Format.

{youtube}E3kEnUTgR80{/youtube}

Zudem ist die Buchse nahezu rechteckig, man kann eine Längsseite des
Steckers also kaum von der anderen unterscheiden. Aber von den zwei
möglichen Einsteckvarianten ist nur eine richtig – bei der anderen
steckt man das USB-Kabel halb in die Buchse, bis man merkt, dass das
nicht passt. Eine wirklich dämliche und absolut unnötige Konstruktion.

Das zweite Ärgernis: Ein gedrucktes Handbuch gibt es nicht, nur eine
Kurzanleitung. Das komplette Handbuch liegt als geschütztes
PDF-Dokument auf CD-Rom bei – auf der Casio-Website ist es bislang noch
nicht veröffentlicht worden. Ärgerlich, dass man im Urlaub eine CD-Rom
mitschleppen muss, wenn man doch mal den Abschnitt zu einer bestimmten
Funktion nachlesen will – zumal das bedingt, dass man auch einen
Rechner dabei hat, und das will nicht jeder.

Nachsehen will man aber ganz sicher einmal, denn viele der Funktionen
der FC100 hat man bei Kompaktkameras so noch nicht gesehen. Casio nutzt
die Aufnahmegeschwindigkeit der Kamera für alle erdenklichen Extras
beim Fotografieren.

Ein Beispiel: Beim Fotografieren lebendiger Motive wartet man oft
auf den einen, entscheidenden Augenblick – die Enten landen im See, die
Möwe fliegt von der Reling los, der Tropfen fällt auf die
Wasseroberfläche. Die FC100 erleichtert mit einer Zeitlupenautomatik
die Wahl dieses Moment: Man fokussiert das Motiv und drückt statt des
Auslösers erstmal die Zeitlupen-Taste. Die Kamera speichert dann im
Puffer kontinuierlich 30 Vorwegbilder. Man verfolgt auf dem
Aufnahmebildschirm das Motiv in Zeitlupenversion und drückt dann im
entscheidenden Augenblick auf den Auslöser.

Das ist beim Fotografieren erstmal ungewohnt, aber man gewöhnt sich
schnell an die Zeitlupensicht. Diese Methode gleicht einen erheblichen
Nachteil der Kompaktkameras ein wenig aus: die Auslöseverzögerung. Wenn
man bei einer normalen Kamera in der Größe der FC100 auf den Auslöser
drückt, wenn die Möwe gerade wegfliegt, sieht man auf dem mit
Verzögerung aufgenommen Foto meistens gar nichts mehr von dem Vogel.

Die FC100 nutzt die Highspeed-Aufnahmen für viele andere
Spezialfunktionen: Man kann von einem Stativ oder einer festen
Unterlage aus zum Beispiel Multi-Motion-Bilder aufnehmen. Ein Beispiel:
Man fotografiert einen Trampolinspringer, der Hintergrund bleibt
statisch, die FC100 kombiniert mehrere Einzelaufnahmen aus der
Bewegungsfolge des Springers zu einem Bild.

Ein Nachteil aller Highspeed-Aufnahmen: In diesen Modi nimmt die
FC100 nicht mit der vollen Auflösung von neun, sondern nur mit sechs
Megapixeln auf, außerdem ist der Aufnahmebereich etwas kleiner als im
normalen Aufnahmemodus.

Bildqualität – kleine Blendenöffnung, hohe Empfindlichkeit

Casio gibt die Blendenöffnung der FC100 mit f/3,6 an. Das ist in der
Kompaktklasse verhältnismäßig klein – die Samsung NV100 zum Beispiel
hat eine größere Blendenöffnung (f/2,8). Das ist wichtig für die
Bildqualität bei Dämmerlicht oder Nacht: Je größer die Blendenöffnung,
desto mehr Licht fällt auf den Bildsensor.

Bei einer kleineren Blendenöffnung muss die Lichtempfindlichkeit des
Sensors erhöht werden, um ein brauchbares Bild zu bekommen. Ungewollter
Nebeneffekt: Je lichtempfindlicher der Sensor eingestellt und je höher
somit der ISO-Wert ist, desto mehr Bildstörungen tauchen auch in den
Aufnahmen auf.

Diesen Effekt konnten wir bei Aufnahmen in der Dämmerung mit der
FC100 beobachten: In einigen Bereichen der Aufnahmen erkennt man schon
bei ISO 400 Bildrauschen. Da hilft auch der spezielle Modus "High-Speed
Nachtszene" nicht viel weiter. Dieser Aufnahmemodus soll verwackelte
Fotos bei Aufnahmen aus der Hand mit schlechter Beleuchtung vermeiden.

Das klappt in der Tat ganz gut, allerdings setzt beim Selbstversuch
die Automatik im "High-Speed Nachtmodus" den ISO-Wert von allein sehr
hoch, auf 800 oder sogar 1600 ISO. Die Aufnahmen waren nicht
verwackelt, aber dafür ist Bildrauschen zu sehen.

Videoqualität und Fazit

Die Zeitlupen-Filmchen der FC100 sehen beeindruckend aus – diese
Funktion ist sicher das augenfälligste Verkaufsargument für diese
Hemdentaschenknipse. Die Filme mit 30 Einzelbildern je Sekunde haben
eine ordentliche Qualität. Die auch beworbenen 1000 Einzelaufnahmen je
Sekunde sollte man nicht ernst nehmen – bei dieser Geschwindigkeit
sinkt die Auflösung der Aufnahmen so stark, dass sie wirklich nicht
vorzeigbar sind.

Aber das muss auch gar nicht sein: für interessante Zeitlupen-Aufnahmen
reichen 30 HD-Einzelbildern je Sekunde. Wer damit losfliegende Tauben,
hüpfende Menschen oder Brausetabletten filmt, hat sofort verblüffende
Aufnahmen. Allerdings sollte man nun nicht erwarten, mit der FC100
brillante Naturfilme zu drehen – der optische Fünffach-Zoom ist ein
wenig zu schwach, um scheue Tiere nah genug für Zeitlupenaufnahmen
heranzuzoomen.

Aber für wirklich nette YouTube-Videos reicht die Aufnahmequalität
der FC100 allemal aus. Als Immer-dabei-Kamera dürfte der kleine Apparat
den meisten Menschen genügen – für Schnappschüsse mit Vollautomatik bei
Tageslicht ist die Casio-Kamera gut zu gebrauchen.

Es gibt günstigere Kompaktkameras (die Casio FC100 kostet derzeit
etwa 260 Euro) mit etwas besserer Bildqualität (zum Beispiel die
Samsung NV100, derzeit ab 160 Euro zu haben). Es gibt etwas teurere
Kompaktkameras mit höherer Bildqualität und weit mehr Funktionen wie
RAW-Format und manuellen Einstellungen, die vor allem Hobby-Fotografen
interessieren (zum Beispiel die Canon Powershot G9, die man für 316
Euro bekommt).

Trotzdem: Die Casio FC100 ist ein tolles Spielzeug, mit der man zwar
keine atemberaubende Bildqualität bekommt, aber Schnappschüsse und
Videoclips aufnehmen kann wie mit keiner anderen Kompaktknipse derzeit.

 

FOTOTECHNIK: DIE FACHBEGRIFFE KURZ ERKLÄRT
Brennweite
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer
Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene
Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das
einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die
Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das
abgebildete Objekt herangezoomt.
Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier
spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: wie groß
ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild) eine Rolle. Deshalb
geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente
Brennweite (Equiv.135) an.
Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm
bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den
Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts
28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel
Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung
aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese
Öffnung hat eine veränderbare Größe und je größer sie ist, desto mehr
Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal,
bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt
werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie
um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).
Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso
kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die
Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl
5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach
der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich
von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4
usw., siehe SPIEGEL WISSEN).
Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere
Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich
schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum
Beispiel einzelne Szenen eines Basketball-Spiels einer nicht allzu hell
beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl
(also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit
verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der
Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit
Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte
Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer
somit die Größe der Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe.
Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf,
der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die
Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.

Verschluss-/Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.
Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.
Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.
Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.

Schärfentiefe
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint – je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.
Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat, beziehungsweise der Sensorgröße.

Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors (siehe Bayer-Sensor bei SPIEGEL WISSEN)einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/3,2 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.
Einige Beispiele für Sensorgrößen:
+ digitale Kompaktkamera Nikon Coolpix S60 (1/2.3"): 0,28 cm²
+ digitale Bridge-Kamera Canon G10 (1/1,7"): 0,43 cm²
+ digitale Four-Thirds- Kamera Lumix G1 (4/3") 2,24 cm²
+ digitale Spiegelreflex-Kamera Canon EOS 350D 3,28 cm²
+ Kleinbild: 8,64 cm²
– Mittelformat: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.

Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.
Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann, und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.
Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.

Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos – je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.
Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20×30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.
Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.

Bildrauschen
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom (mehr bei SPIEGEL WISSEN) . Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab: – Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.
+ Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird – einschließlich der Störungen.
+ Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.
Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen.
Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.

 


Konrad Lischka

Projektmanagement, Kommunikations- und Politikberatung für gemeinnützige Organisationen und öffentliche Verwaltung. Privat: Bloggen über Software und Gesellschaft. Studien, Vorträge + Ehrenamt.
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